Fit für die Operation

Die körperliche Fitness und der allgemeine Gesundheitszustand haben einen Einfluss auf die Morbidität und die Mortalität für die Zeit vor, während und nach grossen operativen Eingriffen. Mit präoperativen Trainingsmassnahmen können physische Reserven wie beispielsweise eine erhöhte Muskelkraft geschaffen und die funktionelle Kapazität erhöht werden. Dies führt dazu, dass der Körper mit dem erhöhten Stress während einer Operation besser umgehen kann und somit das Risiko für Komplikationen reduziert wird. Zudem werden Regenerationsprozesse positiv beeinflusst, was sich beispielsweise in einer verkürzten Regenerationszeit zeigen kann.

Präoperativ

Beaufsichtigte, präoperative Trainingsmassnahmen erhöhen die funktionelle Kapazität der Patienten. Es ist deshalb unbestritten, dass der durch die Operation bedingte, akute Rückgang der funktionellen Kapazität weniger stark ausgeprägt ist und somit eine schnellere und vollständigere Erholung möglich ist (Grafik 1). Das Wiedererreichen der eigenen Unabhängigkeit nach einer Operation wird dadurch besser gewährleistet!

Grafik 1 Die Erholung nach einem grösseren chirurgischen Eingriff (A) kann durch die präoperative funktionelle Kapazität beeinflusst werden und entweder verlangsamt und unvollständig (B) oder beschleunigt und vollständig (C) ablaufen, selbst bei Personen mit einer komplizierten Genesung (D). (Tew et al., 2018)

Verkürzte Spitalaufenthaltsdauer nach einer Operation

Bewegung ist präoperativ gesehen ein wichtiger Bestandteil für die Erholung nach einer Operation. Neben einem reduzierten, post-operativen Risiko für Komplikationen und einer schnelleren Rückkehr zur vollständigen funktionellen Kapazität kann auch die Zeit des Spitalaufenthalts verringert werden. Grafik 2 zeigt diese positiven Effekte von viel Bewegung vor einer Operation am Beispiel einer Knie-Endoprothese. Es ist wissenschaftlich unbestritten, dass sich diese positiven Effekte auf viele verschiedene Operationen übertragen lassen und in ähnlichem Umfang zu beobachten sind.

Grafik 2 Ein professionell begleitetes Krafttraining für die Beinmuskulatur (3x pro Woche während 8 Wochen) führt zu einer signifikant kürzeren Spitalaufenthaltsdauer nach einer Knie-Endoprothese (4.5 ± 0.9 Tage in der Trainingsgruppe vs 6.4 ± 1.1 Tage in der Kontrollgruppe). (Daten adaptiert von Calatayud et al., 2016)

Quellen:

Tew, G. A., Ayyash, R., Durrand, J., & Danjoux, G. R. (2018). Clinical guideline and recommendations on pre-operative exercise training in patients awaiting major non-cardiac surgery. Anaesthesia, 73(6), 750–768. https://doi.org/10.1111/anae.14177

Calatayud, J., Casaña, J., Ezzatvar, Y., Jakobsen, M. D., Sundstrup, E., & Andersen, L. L. (2016). High-intensity preoperative training improves physical and functional recovery in the early post-operative periods after total knee arthroplasty: a randomized controlled trial. Knee Surgery, Sports Traumatology, Arthroscopy25(9), 2864–2872. https://doi.org/10.1007/s00167-016-3985-5

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