Diabetes Mellitus

Ernährung und Bewegung stellen sowohl in der Prävention von Diabetes Mellitus wie auch in dessen Behandlung zentrale Aspekte dar. Bewegungsaktive Menschen sind weniger diabetesgefährdet. Ebenfalls weniger diabetesgefährdet sind Menschen, die ein gesundes Ernährungsverhalten aufweisen. Bei Personen mit Diabetes sind Lebensstilinterventionen, die sowohl die Ernährung wie auch die Bewegung betreffen, eine optimale Behandlungsmöglichkeit. Damit werden die Risikofaktoren (Körperkomposition, HbA1c-Wert, Blutdruck, Insulinsensitivität, beeinträchtigte Glukosetoleranz) positiv beeinflusst.

Prävention

Es ist absolut unbestritten, dass moderate bis intensive körperliche Aktivität mit einem geringeren Risiko, einen Typ 2 Diabetes zu entwickeln, zusammenhängt. Grafik 1 verdeutlicht, dass insbesondere wenig aktive Personen, die im Alltag ihre körperliche Aktivität erhöhen, in grossem Ausmass profitieren. Generell haben Personen mit einem grossen Volumen an moderater bis intensiver körperlicher Aktivität ein kleineres Risiko, an Diabetes Typ 2 zu erkranken.

Grafik 1: Zusammenhang zwischen dem Volumen an körperlicher Aktivität und dem relativen Risiko, an Diabetes Typ 2 zu erkranken. (Physical Activity Guidelines Advisory Committee Scientific Report, 2018)

Ein günstiges Ernährungsverhalten in der Prävention von Diabetes Typ 2 zeichnet sich durch eine Reduzierung von raffinierten Kohlenhydraten, übermässiger Stärke, rotem Fleisch und zugesetztem Zucker aus und beeinflusst somit den Blutzuckerspiegel und die Insulinantwort positiv (Ley et al., 2014). Insbesondere sollten dabei rotes Fleisch und Süssgetränke reduziert und bei den Kohlenhydraten der Fokus vermehrt auf Vollkornprodukte gelegt werden (Grafik 2).

Grafik 2: Zusammenhang zwischen verschiedener Ernährungsweisen und dem relativen Risiko, an Diabetes Typ 2 zu erkranken (Ley et al., 2014).

Krankheitsprogression

Körperliche Aktivität wirkt sich ebenfalls positiv auf die Gesundheit von Personen aus, die bereits eine verminderte Glucosetoleranz diagnostiziert haben. Schon seit vielen Jahren gibt es wissenschaftliche Hinweise für die Vorteile einer Lebensstil-Intervention gegenüber Medikamenten (Metformin) und gegenüber einer Placebo– Intervention (Vgl. Grafik 3). Das Auftreten von Diabetes kann um 11 Jahre (Lebensstil) respektive 3.4 Jahren (Metformin) gegenüber Placebo herausgezögert werden.

Grafik 3 Simulierte hochgerechnete Effektivität verschiedener Interventionen bei Personen mit einer beeinträchtigten Glucosetoleranz zur Verzögerung des Diabetes Typ 2. (Herman et al., 2005)

Remission von Diabetes Typ 2

Im besten Fall kann ein Diabetes Typ 2 auch wieder rückgängig gemacht werden. Durch mehr Bewegung im Alltag und einer gezielten Ernährungsadaptation in Richtung low-carb kann die Energiebilanz gesteuert werden und somit über die Zeit das Körpergewicht effektiv reduzieren werden. Wissenschaftliche Studien haben gezeigt, dass sich ab einer Gewichtsabnahme von 10-15kg des überschüssigen Körpergewichts bei Diabetikern die Glucosekonzentration im Blut wieder normalisiert und somit der Diabetes Typ 2 rückgängig gemacht werden kann (Grafik 4). Dieser Effekt kann insbesondere dann erzielt werden, wenn diese Umstellung innerhalb der ersten Jahre nach dem Auftreten des Diabetes Typ 2 erfolgt.

Grafik 4 Je grösser die durch ein adaptiertes Ernährungs- und Bewegungsverhalten erzielte Gewichtsabnahme bei übergewichtigen Diabetikern ist, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit auf eine natürliche Remission des Diabetes Typ 2 (Lean et al., 2019)

Quellen:

Herman WH, Hoerger TJ, Brandle M, Hicks K, Sorensen S, Zhang P, et al. The Cost-Effectiveness of Lifestyle Modification or Metformin in Preventing Type 2 Diabetes in Adults with Impaired Glucose Tolerance. Ann Intern Med. 2005; 142:323–332. doi: 10.7326/0003-4819-142-5-200503010-00007

2018 Physical Activity Guidelines Advisory Committee.  2018 Physical Activity Guidelines Advisory Committee Scientific Report. Washington, DC: US Department of Health and Human Services; 2018.

Ley, S. H., Hamdy, O., Mohan, V., & Hu, F. B. (2014). Prevention and management of type 2 diabetes: dietary components and nutritional strategies. The Lancet, 383(9933), 1999–2007. https://doi.org/10.1016/S0140-6736(14)60613-9

Lean, M. E. J., Leslie, W. S., Barnes, A. C., Brosnahan, N., Thom, G., McCombie, L., … Taylor, R. (2019). Durability of a primary care-led weight-management intervention for remission of type 2 diabetes: 2-year results of the DiRECT open-label, cluster-randomised trial. The Lancet Diabetes & Endocrinology, 7(5), 344–355. https://doi.org/10.1016/S2213-8587(19)30068-3

Menü